Fjällräven Classic – da gewesen – wieder hinfahren

August 2011 – die ganze Cacherwelt wird auf MV blicken. Die ganze Cacherwelt? Zumindest einer latscht zu der Zeit durchs wilde Lappland. Aus gegebenem Anlass kommt der schon fast vergessene Bericht vom letzten Jahr jetzt doch noch “auf die Linie”:

August 2010Unterwegs im Norden

In diesem Sommer ging es in den hohen Norden. Ziel der Reise war der Fjällräven Classic - ein Lauf über 110km im Norden Schwedens. “Betreutes Wandern” – es war SkyTrain, der uns auf die Idee brachte. Angemeldet habe wir uns bereits im November 2009- das tat auch Not, denn kurze Zeit später war der Lauf 2010, obwohl erst im August, schon ausgebucht. Es war Anstrengend – aber es hat sich gelohnt.

Kapitel 1: Anfahrt

Doch zuvor mußten von der Stever aus gut 2.500 Straßenkilometer bis nach Kiruna zurückgelegt werden. Ehrlich gesagt – nochmal machen wir das nicht. Wir haben uns natürlich die Zeit mit allerlei Dosen vertrieben, es blieb aber eine elende Gurkerei. Da unser Starttermin fix und der Urlaub knapp war, ging es mit vier Leuten und zwei (kleinen) Cachemobilen recht zeitnah gen Norden. Für den Hinweg hatten wir drei Tage eingeplant – die haben wir auch gebraucht. Vor der Herausforderung stehend, mal eben aus ganz Schweden die schönen Caches herauszufiltern, ist Schönhörnchen auf einen irren Schrottplatz in Zentralschweden gestoßen. Kyrkö mosse scrapyardAuf dem “Kyrkö mosse scrapyard” (http://coord.info/GCGDXZ) finden sich alte Autos inmitten eines Waldes. Da war die kleine Dose in einem der Wracks (fast) Nebensache. Weiteres Highlight war ein alter Stollen (“Guldgruvan” (http://coord.info/GC100BK) – zumindst, wenn man eine Wathose besitzt und sie auch mithat… (eine dicke Entschuldigung an dieser Stelle an Schönhörnchen – ich bin verantwortlich, dass sie ihre Wathose an der Stever lassen musste). Die eine oder andere weitere Dose wurde noch mitgenommen – aber wir hatten ja einen Termin, so blieb leider wenig Zeit für Dösken. Nach zwei Übernachtungen kamen wir endlich nach Kiruna. Apropos Übernachtungen: Die Ausstattung auf manchen schwedischen Campingplätzen ist echt Cacherfreundlich – so hatte der Campingplatz in Skellefteå W-LAN :-)

Kapitel 2: Die Wanderung

kungsleden.jpgDer Fjällräven Classic ist eine faszinierende Veranstaltung. Die Regeln sind ganz einfach. Die Strecke geht über 110km. Zelt, Schlafsack, Futter etc. muß man selbst tragen. Die Infrastruktur am Weg (es gibt ein paar Hütten) darf nur besucht, nicht etwa zur Übernachtung o.ä. genutzt werden. Wie lange man für die Strecke benötigen will ist jedem selbst überlassen. Entlang des Weges liegen 7 Kontrollpunkte – hier muss man seinen Wanderpass abstempeln und kann ggf. seine Vorräte ergänzen. Die waren übrigens in der Anmeldegebühr von ca. 110 Euro enthalten, genau wie der Transfer vom Sammellager in Kiruna zum eigentlichen Startort. Auf dem Trail waren an die 2000 Wanderer unterwegs. Da diese aber zeitversetzt in acht Gruppen über drei Tage starteten, war der Weg erstaunlicher Weise nicht überlaufen. Ich wollte es selbst nicht glauben, doch nach den ersten vier Kilometern zerstreute sich auch unsere 250 Köpfe starke Startgruppe tatsächlich über den Weg. In der Folge freute man sich immer darüber, einige Mitwanderer zu trefen. Die waren leicht zu erkennen an dem blauen Fähnchen am Rucksack. Im laufe der Tage traf man eigentlich immer auf die selben Läufer, die ein ähnliches Tempo gingen wie man selbst. Das gab jedesmal ein großes Hallo – mal schritt man an den rastenden Kollegen vorbei, dann überholten diese zurück wenn man selber rastete.  Die Zelte bauten wir immer dort auf, wo es uns gefiel (bzw. wo sich einige ebene trockene Quadratmeter nebeneinander fanden). Trail

Wie gesagt, eigentlich ist es egal, wann man ankommt. Hier ist der Weg das Ziel. Um den sportlichen Ehrgeiz dann doch etwas zu kitzeln, gibt es von Fjällräven Auszeichnungen, wenn man dann doch nicht zu lange bummelt. Wer die 110km in drei Tagen abspult, bekommt eine Goldmedallie. Ensprechend bei vier Tagen Silber und nach fünf Tagen Bronze. Eigentlich waren wir auf eine gemütliche Tour eingerichtet und wollten in entspannten fünf Tagen durch die tolle nordschwedische Landschaft wandern. So hatten wir Gepäck für fünf Tage mit (mit 22 Kilo war mein Rucksack reichlich befüllt). Na ja, eingentlich. Den Uneigentlich packte uns dann doch der Ehrgeiz und wir legten es darauf an, das ganze in vier Tagen, also “Silber”, zu schaffen. Am Ende haben wir das auch geschafft, wobei wir am letzten Tag die übrigen 35 km zurücklegen mußten – am Ziel war ich dann auch am Ende. Das haben die Kollegen von Fjällräven übrigens toll organissiert. Am Zielort geht man die letzten 50m entlang an den Bänken, auf denen all die schon vorher Eingetroffenen bei einem Bier und einem Rentierburger ausspannten. Und jedesmal, wenn eine Gruppe ankommt, brandet Applaus auf. Ein tolles Gefühl, unter lautem Klatschen die letzten Meter zum letzten Checkpunkt nach 110km zu gehen. Und während wir unsere Silbermedallien abholten, war die Party nebenan schon im vollen Gange :-) Party

Der Weg war Traumhaft, die vielen Helfer von Fjällräven waren tolle Gastgeber. Nur als “Powertrail” eignet sich der Classic nicht. ”Auf” dem Weg haben wir nur vier Dosen gesucht (und gefunden). Ein paar Dosen hätten noch etwas Abseits des Weges gelockt – aber gelaufen sind wir auch so genug…  Die Dosen, die gut zu erreichen waren, lagen am Start in Nikkaluokta (http://coord.info/GCGE8A), an der ersten Hütte nach 18km (http://coord.info/GCGE8C), an der höchsten Stelle des Kungsleden (http://coord.info/GC15380) und schließlich noch kurz vor dem Ziel in Abisko (http://coord.info/GCVWXH ). Den letzten Cache, 500m vor dem Ziel, haben wir nach der langen Etappe nicht mehr finden können und die Tüddeldose erst am nächsten Morgen (frisch geduscht und viele Kronen ärmer (Bier in Schweden…)) geborgen (http://coord.info/GCVWX6 ).

Kapitel 3: Rückweg 

Nach dem Lauf wurden noch die Länderpunkte in Norwegen und Finnland abgeholt, und dann hieß es zurück nach Deutschland. Während Skytrain und Detection die direkte Route nahmen, stromerten Schönhörnchen und ich noch an einem weiterem Cachehöhepunkt von Hörnchens Liste vorbei: Apbron (http://coord.info/GCQ7YM) – eine Affenbrücke über einen verträumten See. Und nebenbei haben wir noch einen tollen Campingplatz aufgetan: Campingplatzes Tiveden. Auf jeden Fall einen weiteren Besuch wert, sollten wir jemals wieder in diese Gegend kommen.

 

In Dänemark sind wir dann noch über den Nordsjællands powertrail gestoßen. Die 250 Dosen haben uns nicht gereitz. Wohl aber das gute Dutzend eingestreuter T5er, die Hörnchen größtenteils mit ihrem Tool (dem Detri) heben konnte ;-) (z.B.: http://coord.info/GC227DJ). Ein Heidenspaß. Und kurz vor Ende gab es für Hörnchen noch Projekt 81 (Logbedingung: alle 81 D/T Kombinationen mind. einmal gefunden zu haben) auf dänisch (http://coord.info/GC1D112)Affenbrücke

Tja, und irgenwann waren wir dann wieder an der Stever.

 

 

Heute 

Und dieses Jahr gibt’s Gold im August :-) , wenn auch leider ohne Hörnchen :-(

Soweit von Zwischendrinn

Detri

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4 Antworten auf Fjällräven Classic – da gewesen – wieder hinfahren

  1. SkyTrain sagt:

    Ja das war eine wilde Runde. Dieses Jahr Gold ? Ich dachte immer du willst als Groupie dahin.

    Gruß SkyTrain

  2. Eastpak1984 sagt:

    Sehr schöner Artikel, sowas wurde mich auch mal reizen. Für den Anfang darf es aber auch gern eine Nummer kleiner sein. Falls ihr da irgendwelche Infos habt, immer her damit.

  3. Detri sagt:

    @skytrain: Hörnchen ist schuld. erst macht sie mich wild, und jetzt muss ich den Spass auch noch alleine machen.

    @Eastpak: Zum Üben: die “weihnachtshasen” aus Berlin haben eine Bookmarklist mit Wandercaches in Deutschland >5km (http://www.geocaching.com/bookmarks/view.aspx?guid=4d1fa805-42de-421c-97f4-4fcf30e09ac4). Und eine Empfehlung ist der Rheinsteig http://www.rheinsteig.de/ , bin schon mal b.c. (before caching) dort gewandert – herrlich. Und inzwischen vercacht ;-)

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