Fjällräven Classic 2012 – Ausblick und akustischer Rückblick

Classic HörnchenWir sind noch nicht fertig, der Fjällräven Classic und ich. Zum einen fehlt noch die Bronzemedallie (also das Ganze in 5 Tagen), zum anderen bin ich jetzt schon zwei mal am Kebnekaise vorbeigelaufen, dabei ist das immerhin der höchste Berg Schwedens und hat inzwischen zwei Caches zu bieten (die Kebnekaise toppstuga und Sveriges tak – 2106 m.ö.h). Also ist der Abstecher schon fest eingeplant.

Für Wahnsinnige, die schon wissen, was sie im August zu tun haben: Noch sind wohl Plätze frei, genaueres erfährt man hier.

Und wo wir gerade beim Thema sind: 2011 habe ich noch ein paar Soundfetzen aufgenommen. Gut 17 Minuten „Classic Life“. Oder mit anderen Worten: Podcast Nr. 2 – Allein in Lappland

Soweit von der Spree
Detri

 

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Förmchen, Oer-Erkenschwick und der ganze Rest. Auch für die Ohren.

Eine Küche in Oer-Erkenschwick. Zwei Cacher, zwei Mikrofone, jede Menge Kaffee. Kein Konzept. Und als Ergebnis knapp eine Stunde gebrabbel. Podcastschwemme? Wir sind dabei 😉

So viel Sand…So plaudern Herr Team.Lukin und ich über unser B&B (Barbie&Bruettler) Wochenende in Kassel. Vor allem über „Soviel Sand und keine Förmchen“ (GC1TQTA nebst GC1TPEA). Prädikat wertvoll. Und natürlich über das Kinderfrühstück (GC229MY). Sehr nahrhaft. Mit Nachschlag (GC2HBZM). Und Stationen einer Lokbehandlung (GCW9Z5). Der Bonus dazu (GC2BX12) kommt noch auf die Liste.

Wer war noch dabei? Prof. Dr. R. Adar (GC211NZ). Und der Oer-Erkenschwick-Multi (GC1JCMW). Der erwähnte DNF wurde übrigens vorbildlich behandelt, die DoseSchnecke schleunigst ersetzt. Und eine Schnecke in Haltern. Natürlich auch die neue Runde durch die Haard. Irgendwie ein Multi (GC35M9J ff.) Und der Bonus wurde tatsächlich noch am gleichen Abend veröffentlicht. Nicht dabei waren Schönhörnchen und Frau .Lukin. Selbst schuld.

Wer’s auf die Ohren will: Stever-Spree-Podcast-Nr.1
Für blutende Ohren übernehmen die Sprechonkel keine Haftung.

Soweit von der Stever
Detri

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Fjällräven Classic 2011 – Operation Goldhørnchen

Nachdem dem Fjällräven Classic 2010 hatte Hörnchen den Plan gefasst, in diesem Jahr die 110 Kilometer in drei Tagen zu absolvieren, um eine Goldmedaille abzustauben. So richtig begeistert war ich ehrlich gesagt nicht davon, aber einer muss ja das Zelt tragen… Das Schicksal meinte es nicht gut mit uns, Schönhörnchen brach sich eine Pfote. So war der Classic für sie vorbei, bevor er angefangen hat. Also ging es für mich alleine in den hohen Norden. Na ja, nicht ganz allein, Schönhörnchen gab mir ein Plüschhørnchen mit, dass mich bei der Operation Goldhørnchen begleiten sollte. 

Samstag

Beim letzten Mal haben wir die 2.500 Straßenkilometer über mehrere Tage mit dem Auto zurückgelegt. Diesmal ging es mit dem Flieger von Düsseldorf über Stockholm nachKiruna Airport Kiruna, bequem an einem Vormittag. Nicht billig, aber wesentlich entspannter. Im Flieger dominierten die Wanderrucksäcke und Menschen in Outdoorkleidung. Am  Flughafen empfingen uns dann schon Herr und Frau Fjällräven und transportierten uns in Bussen in das Sammellager in Camp Ripan.

Dort hieß es sich anzumelden und Futter nebst Brennstoff für den Treck einzusammeln. Als Luxusgeschöpf buchte ich mir eine Hütte für die letzte Nacht vor dem Start – der war am nächsten Sonntagmorgen um 9:00 Uhr, der Bustransfer ging um 06:30 Uhr. So eine Hütte hatten wir schon im letzen Jahr. Nicht billig (ca. 100 Euro die Nacht), dafür Hotelstandard mit eigener kleiner Küche. Das Wetter war für hiesige Verhältnisse sommerlich (14 Grad, Sonnenschein), und so verbrachte ich den restlichen Nachmittag mit einer kleinen Cachetour durch Kiruna. Das Abendprogramm bestand dann aus Süppchen kochen, Bierchen auf der eigenen Terrasse trinken und die Rucksäcke packen. Der Große wurde für die Wanderung gefüllt. Alles, was nicht mit sollte (insbesondere frische Klamotten), kam in den wasserdicht verpackten kleinen Rucksack, den ich am nächsten Morgen Herrn Fjällräven geben durfte, damit er ihn schon einmal zum Ziel nach Abisko bringt. Später am Abend prasselte der Regen recht heftig auf mein Hüttendach. Gut, dass ich nicht gezeltet hatte.

Sonntag

Das Frühstück begann schon um 5:30. Natürlich habe ich das Buffet mit eröffnet. Keine schlechte Strategie, denn gegen 6 wurde es hektisch und voll. Pünktlich um 6:30 ging es dann in Reisebussen zum Startort Nikkaluokta – Fahrzeit immerhin eine Stunde. Bis zum Start um 9 war damit reichlich Zeit, um sich den ersten Stempel für das Wanderbuch zu holen, das Fähnchen der Teilnehmer an den Rucksack zu binden (in diesem Jahr Orange) und einen Kaffee zu besorgen. Natürlich war das Wiegen des Rucksackes am Start Pflicht. Mit knapp 17 Kilo war ich gut dabei – letztes Jahr waren es 22 Kilo – man lernt halt. Zum Beispiel das Thema Wasser. Ständig quert man herrlich klare Bäche – mehr als eine volle Flasche (bei mir 0,7l) muss man nicht tragen. Man kann jederzeit wieder nachfüllen. Nach der obligatorischen Ansprache und etwas einheimischem Gesang ging es dann los.

Die erste Etappe zur Kebnekaise Fjällstation (19km) führt fast ausschließlich durch Birkenwald. Auf den ersten Kilometern war es recht voll, doch nach einiger Zeit hatten alle Teilnehmer ihr Tempo gefunden und die immerhin 250 Starter verliefen sich recht zügig. Bei der letzten Tour hatten wir fast stündlich eine Pause gemacht, was für meinen Geschmack zu häufig war. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, alle zwei Stunden eine richtige Pause zu machen. Ein Rhythmus, mit dem ich gut klarkam und den ich – wenn auch mit zunehmender Wegstrecke ungern – im Prinzip durchgehalten habe. Schon am Start hatten wir feinen Nieselregen. Zum Glück hatte ich mir vorher noch eine anständige Regenhaube gekauft, so blieb der Rucksack wenigstens trocken. Nach 4,5 Stunden (inklusive einer Pause) traf ich dann schon an der Kebnekaise Fjällstation ein. Ab hier beginnt das richtige Fjäll, denn der Birkenwald weicht der kargen Gebirgsvegetation. Nach dem Stempel für das Wanderbuch hieß es erst einmal Essen fassen Die erste Tüte gefriergetrocknete Expeditionsnahrung, die man praktischerweise direkt aus der Tüte futtert. Heiß Wasser drauf, umrühren, ziehen lassen, fertig. Klingt ekelig. Schmeckt auch so. Wie Kleister. Aber 700 Kilokalorien auf 110 Gramm ist ein gutes Argument, wenn man sein Essen selber trägt. Frisch gestärkt ging es auf die 15 Kilometer Steiniger Wegzur nächsten Station – Singistugan. Hier rächte sich mein recht strammes Anfangstempo. Die Schwierigkeit beim Classic ist übrigens weniger das Höhenprofil der Strecke als vielmehr die Wegbeschaffenheit. Oft geht es über reichlich Steine, das kostet Kraft und erfordert Konzentration. Ziemlich erschöpft gelangte ich nach zähen 4,5 Stunden die Hütte. Dort hatte Herr Fjällräven neben dem nächsten Stempel auch eine Art Rentierfalaffel parat – leck0r. Am liebsten hätte ich jetzt mein Zelt aufgebaut. Aber ich war ja erst bei Kilometer 34, und 110 durch drei sind knapp 37. Also habe ich meine müden Knochen aufgerafft und bin langsam aber stetig weiter. Als ich an dem Schild „Singi 3 km“ vorbeikam war das Tageswerk vollbracht. Zum Glück, denn ich war auch durch. Nach einem Zeltplatz Ausschau haltend wanderte ich weiter. Ideal wäre eine ebene, geschützte Stelle, wenig Steine und in der Nähe von fließendem Wasser. Mit jedem Schritt sanken meine Ansprüche an einen schönen Zeltplatz. Am Ende baute ich es nicht geschützt auf, richtig eben ist anders und das Wasser war 50m weg. Egal. Ich war jetzt knapp 12 Stunden unterwegs. Der Schlafsack rief. Bei Wind und Nieselregen kämpfte ich mit meinem Zelt, bis es schließlich stand. Krumm, aber es stand. Eine Tüte Kleister und ab in den Schlafsack. Es dauerte lange, bis mir richtig warm wurde.

Montag

Die ganze Nacht hatte es auf mein Zelt geprasselt. Gegen 6 hörte es gnädigerweise auf, und so verließ ich widerwillig den warmen Schlafsack. Nach einer Tüte Kleister (die Frühstücksvariante – Haferschleim) und einem Käffchen sah die Welt schon besser aus. Alles in den Sack gestopft und gegen 8 ging es auf die Rolle. Die ersten Kilometer fielen mir schwer – vor allem das rechte Fußgelenk protestierte vehement gegen die Belastung. Nach ca. 8 Kilometern dann Sälkastugan, der nächste Checkpoint. Hier hatte Herr Fjällräven neben dem Stempel noch ein Käffchen parat – die Welt sah sehr viel besser aus. In der Hütte tauschte ich ca. 40g Kleingeld gegen 400g Schokolade und half Mitwanderern mit einem Feuerzeug aus. Die hatten nur Streichhölzer mit (keine gute Idee), ich hatte neurotisch mindestens 4 am Mann – so konnte ich locker eines erübrigen. Der weitere Weg ging wesentlich entspannter weiter. Bis zum „Höhepunkt“ (im wahrsten Sinne des Wortes) des Classic: Der Tjäktjapass, höchster Punkt desTjäktjapass Kungsleden mit 1140 m ü. d. M. und nebenbei so ziemlich die Hälfte des Weges. Da habe ich mich letztes Jahr schon hoch gequält. Das war dieses Jahr nicht anders. Schnaufend und schwitzend war ich irgendwann oben. Den Cache hier hatten wir schon letztes Jahr gemacht. Cacher hatte ich diesmal nicht gesehen. Päusken, und dann ging es im Prinzip nur noch bergab. Den Mittags-Kleister habe ich mir bis zur nächsten Station, Tjäkta, aufgehoben. Um 15:30 war die ausführliche Pause und er nahrhafte Kleister mehr als willkommen. Frisch gestärkt ging es auf die letzte Etappe des Tages. 12,5 km zur Alesjaurestugan. Gegen 20 Uhr war ich da. Die Alesjaurestugan liegt ziemlich fies auf einem Hügel über dem See, dem Alesjaure. An seinem Fuß haben findige Einheimische ihre Zelte aufgebaut und boten Rentierkebab mit Cola feil – die gut 10 Euro war’s wert, so konnte ich mir eine Tüte Kleister sparen. Oben an der Hütte dann der Checkpoint. Nach dem Stempeln war der örtliche Donnerbalken hochwillkommen – besser als in den Büschen allemal. Die Alesjaurestugan ist ein beliebter

Am AlesjaureZeltplatz. Rund herum war im Prinzip jede ebene Fläche schon belegt, so konnte ich mein Zelt erst ein ganzes Stück weiter an den Weg stellen. Ohne Wind und auf anständigem Gelände gelang der Aufbau auch recht gut. An der Hütte habe ich dann noch Wasser gefasst, die Abendstimmung genossen, und bin dann zurück in meinen kuscheligen Schlafsack. Die 35 Kilometer des nächsten Tages sollten doch machbar sein.

 Dienstag

ZelteDer Plan, um 6 Uhr aufzustehen, schlug fehl. Wer die Uhr lesen kann ist klar im Vorteil. Ich konnte irgendwie nicht, So bin ich um 5:20 aufgestanden und habe den Morgenkleister und den Kaffee gebastelt. Als ich meine Verwirrung bemerkt, nutzte ich die Zeit für einen zweiten Kaffee. Dafür konnte ich Rentiere beobachten, die genüsslich zwischen den vielen Zelten herumstreiften. Ein seltenes Bild, denn meistens kommen die halbwilden Tiere gerade so nah, dass eine übliche Touristen-Knips-Kamera sie gerade nicht erfassen kann. Um 7:15 ging es dann auf den Weg. So früh unterwegs hatte ich die nächsten 2 Stunden den Weg für mich alleine. Herrlich. Gelegenheit in den eigenen Körper hineinzufühlen. Zeit bis ich warmgelaufen war: 15 Minuten. Zeit bis die Füße beginnen zu schmerzen: 1 Stunde. Zeit bis die Schultern in den Chor des Protestes mit einstimmen: 1,5 Stunden.

War der erste Abschnitt der 18 km zum nächsten Checkpoint noch gut zu laufen, zog sich der Weg etwas später, vor allem der Bogen um den Kartinvare ist steinig und schlaucht ziemlich. Dafür wird man nach der Umrundung auf einem Hochplateau mit einem tollen Ausblick auf den Abiskojaure belohnt, dem letzten See der Wanderung. Und unten im Tal wartete schon der nächste Checkpoint: Kieron. Hier gab es wie letztes Jahr Pfannekuchen mit Marmelade und Sahne – und davon reichlich. Die blonden Göttinnen in ihren Schürzen an der Ausgabe haben bestimmt einige Heiratsanträge bekommen. Dazu hatte sich die Sonne endgültig durchgesetzt. Ein perfekter Tag.

Um 13:30 brach ich wieder auf, die Pfannekuchen schweren Herzens hinter mich lassend. Nach 2 Kilometern war dann Zeit für den einzigen Umweg der ganzen Tour. Ca. 500m abseits des Weges liegt die Abiskojaurestugorna. Und daneben liegt ein Cache (GCGKYo), den wir letztes Jahr ausgelassen hatten. Der war mein Ziel. Als ich mich an der Hütte orientierte, kam schon die „Hüttenbetreuerin“ an, grüßt mich freundlich und fragte, ob sie mir helfen könne. Als ich berichtete, dass ich den berühmten Strand anStrand am Abiskojaure der Hütte sehen und nebenbei den Cache heben wollte zeigt sie sich erstaunt. Sie war Cacherin, kannte aber den Cache hier nicht. So zog sie neugierig mit mir zusammen los um ihn zu suchen. Der Weg ging quer durch den Sumpf, so dass sie schließlich mit ihren Halbschuhen zurückblieb. Mit den knöchelhohen Wanderpötten war das machbar, und als ich den Schlingel gefunden hatte winkte ich ihr zu. Sie sollte zwei Tage später den Cache mit ihren Kindern selber suchen und finden. Nach dem Cache kam der Strand. Wie an der Südsee. Nur, dass das Wasser wohl nur einstellige Temperaturen aufbietet. So schön das hier war – ich hatte ja noch Termine. Also wieder zurück auf den Trail und tapfer dem Ziel in Abisko entgegen. Ca. 9 Kilometer vor dem Ziel taten mir die Füße dermaßen weh, dass ich mir eine Pause gönnte. Kaffee kochen, Schuhe ausziehen und Füße massieren – eine Wohltat. Danach lief es sich wieder einigermaßen (den Umständen entsprechend) gut. Ca. 6 Kilometer vor dem Ziel lief ich dann auf eine Teilnehmerin mit einem kleinen Hund auf. Die beiden gingen im Prinzip mein Tempo. Netterweise war sie zwar aus Stockholm, aber gebürtig in Wesel. So stand einer lebhaften Konversation nichts im Wege, und wir verquatschten wandernd die Zeit bis zum Ziel. Auch wenn ich die Einsamkeit in den letzten Tagen genossen habe war ich froh, die letzten dreckigen Kilometer zum Ziel angenehm plaudernd zurückzulegen.

GoldhörnchenUnd dann endlich die Touristenstation Abisko. Unter dem Applaus der dort schon feiernden Wanderer ging es die letzten 50m bis durch das Ziel. Geschafft. 110 Kilometer, nach amtlich festgestellten 58 Stunden, 26 Minuten und 22 Sekunden war Operation Goldhørnchen ein voller Erfolg. Ziel erreicht, Detri kaputt. Das ganze hatte mich an meine Grenze gebracht. Aber glücklich.

 

Nachtrag

Natürlich war ich nicht tough genug, in der Jugendherberge in Abisko schon vorher eine Übernachtung zu buchen. Und natürlich waren die schönen Zimmer schon weg. So habe ich grummelnd eine weitere Nacht in meinem Zelt verbracht, dafür die nächste Nacht in einem eigenen Zimmer mit eigener Dusche verbracht. Da mein Flug erst Donnerstag ging, habe ich den Mittwoch genossen und in den Tag gelebt. Den ganzen Tag mit vielen Wanderern unterhalten, zwischendurch die 800m zum neuen EarthcacheSchlucht (GC2JYRR) auf mich genommen und abends dann in den „Treckers In“, den Party-Zelten vor der Jugendherberge eingelaufen. Am Donnerstag ging es nach einem Frühstück mit fantastischem Ausblick auf die Berge mit dem 11 Uhr Bus zum Flughafen. Schon vorbei. Schade.

Soweit aus Nordschweden

Detri

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Fjällräven Classic – da gewesen – wieder hinfahren

August 2011 – die ganze Cacherwelt wird auf MV blicken. Die ganze Cacherwelt? Zumindest einer latscht zu der Zeit durchs wilde Lappland. Aus gegebenem Anlass kommt der schon fast vergessene Bericht vom letzten Jahr jetzt doch noch „auf die Linie“:

August 2010Unterwegs im Norden

In diesem Sommer ging es in den hohen Norden. Ziel der Reise war der Fjällräven Classic – ein Lauf über 110km im Norden Schwedens. „Betreutes Wandern“ – es war SkyTrain, der uns auf die Idee brachte. Angemeldet habe wir uns bereits im November 2009- das tat auch Not, denn kurze Zeit später war der Lauf 2010, obwohl erst im August, schon ausgebucht. Es war Anstrengend – aber es hat sich gelohnt.

Kapitel 1: Anfahrt

Doch zuvor mußten von der Stever aus gut 2.500 Straßenkilometer bis nach Kiruna zurückgelegt werden. Ehrlich gesagt – nochmal machen wir das nicht. Wir haben uns natürlich die Zeit mit allerlei Dosen vertrieben, es blieb aber eine elende Gurkerei. Da unser Starttermin fix und der Urlaub knapp war, ging es mit vier Leuten und zwei (kleinen) Cachemobilen recht zeitnah gen Norden. Für den Hinweg hatten wir drei Tage eingeplant – die haben wir auch gebraucht. Vor der Herausforderung stehend, mal eben aus ganz Schweden die schönen Caches herauszufiltern, ist Schönhörnchen auf einen irren Schrottplatz in Zentralschweden gestoßen. Kyrkö mosse scrapyardAuf dem „Kyrkö mosse scrapyard“ (http://coord.info/GCGDXZ) finden sich alte Autos inmitten eines Waldes. Da war die kleine Dose in einem der Wracks (fast) Nebensache. Weiteres Highlight war ein alter Stollen („Guldgruvan“ (http://coord.info/GC100BK) – zumindst, wenn man eine Wathose besitzt und sie auch mithat… (eine dicke Entschuldigung an dieser Stelle an Schönhörnchen – ich bin verantwortlich, dass sie ihre Wathose an der Stever lassen musste). Die eine oder andere weitere Dose wurde noch mitgenommen – aber wir hatten ja einen Termin, so blieb leider wenig Zeit für Dösken. Nach zwei Übernachtungen kamen wir endlich nach Kiruna. Apropos Übernachtungen: Die Ausstattung auf manchen schwedischen Campingplätzen ist echt Cacherfreundlich – so hatte der Campingplatz in Skellefteå W-LAN 🙂

Kapitel 2: Die Wanderung

kungsleden.jpgDer Fjällräven Classic ist eine faszinierende Veranstaltung. Die Regeln sind ganz einfach. Die Strecke geht über 110km. Zelt, Schlafsack, Futter etc. muß man selbst tragen. Die Infrastruktur am Weg (es gibt ein paar Hütten) darf nur besucht, nicht etwa zur Übernachtung o.ä. genutzt werden. Wie lange man für die Strecke benötigen will ist jedem selbst überlassen. Entlang des Weges liegen 7 Kontrollpunkte – hier muss man seinen Wanderpass abstempeln und kann ggf. seine Vorräte ergänzen. Die waren übrigens in der Anmeldegebühr von ca. 110 Euro enthalten, genau wie der Transfer vom Sammellager in Kiruna zum eigentlichen Startort. Auf dem Trail waren an die 2000 Wanderer unterwegs. Da diese aber zeitversetzt in acht Gruppen über drei Tage starteten, war der Weg erstaunlicher Weise nicht überlaufen. Ich wollte es selbst nicht glauben, doch nach den ersten vier Kilometern zerstreute sich auch unsere 250 Köpfe starke Startgruppe tatsächlich über den Weg. In der Folge freute man sich immer darüber, einige Mitwanderer zu trefen. Die waren leicht zu erkennen an dem blauen Fähnchen am Rucksack. Im laufe der Tage traf man eigentlich immer auf die selben Läufer, die ein ähnliches Tempo gingen wie man selbst. Das gab jedesmal ein großes Hallo – mal schritt man an den rastenden Kollegen vorbei, dann überholten diese zurück wenn man selber rastete.  Die Zelte bauten wir immer dort auf, wo es uns gefiel (bzw. wo sich einige ebene trockene Quadratmeter nebeneinander fanden). Trail

Wie gesagt, eigentlich ist es egal, wann man ankommt. Hier ist der Weg das Ziel. Um den sportlichen Ehrgeiz dann doch etwas zu kitzeln, gibt es von Fjällräven Auszeichnungen, wenn man dann doch nicht zu lange bummelt. Wer die 110km in drei Tagen abspult, bekommt eine Goldmedallie. Ensprechend bei vier Tagen Silber und nach fünf Tagen Bronze. Eigentlich waren wir auf eine gemütliche Tour eingerichtet und wollten in entspannten fünf Tagen durch die tolle nordschwedische Landschaft wandern. So hatten wir Gepäck für fünf Tage mit (mit 22 Kilo war mein Rucksack reichlich befüllt). Na ja, eingentlich. Den Uneigentlich packte uns dann doch der Ehrgeiz und wir legten es darauf an, das ganze in vier Tagen, also „Silber“, zu schaffen. Am Ende haben wir das auch geschafft, wobei wir am letzten Tag die übrigen 35 km zurücklegen mußten – am Ziel war ich dann auch am Ende. Das haben die Kollegen von Fjällräven übrigens toll organissiert. Am Zielort geht man die letzten 50m entlang an den Bänken, auf denen all die schon vorher Eingetroffenen bei einem Bier und einem Rentierburger ausspannten. Und jedesmal, wenn eine Gruppe ankommt, brandet Applaus auf. Ein tolles Gefühl, unter lautem Klatschen die letzten Meter zum letzten Checkpunkt nach 110km zu gehen. Und während wir unsere Silbermedallien abholten, war die Party nebenan schon im vollen Gange 🙂Party

Der Weg war Traumhaft, die vielen Helfer von Fjällräven waren tolle Gastgeber. Nur als „Powertrail“ eignet sich der Classic nicht. „Auf“ dem Weg haben wir nur vier Dosen gesucht (und gefunden). Ein paar Dosen hätten noch etwas Abseits des Weges gelockt – aber gelaufen sind wir auch so genug…  Die Dosen, die gut zu erreichen waren, lagen am Start in Nikkaluokta (http://coord.info/GCGE8A), an der ersten Hütte nach 18km (http://coord.info/GCGE8C), an der höchsten Stelle des Kungsleden (http://coord.info/GC15380) und schließlich noch kurz vor dem Ziel in Abisko (http://coord.info/GCVWXH ). Den letzten Cache, 500m vor dem Ziel, haben wir nach der langen Etappe nicht mehr finden können und die Tüddeldose erst am nächsten Morgen (frisch geduscht und viele Kronen ärmer (Bier in Schweden…)) geborgen (http://coord.info/GCVWX6 ).

Kapitel 3: Rückweg 

Nach dem Lauf wurden noch die Länderpunkte in Norwegen und Finnland abgeholt, und dann hieß es zurück nach Deutschland. Während Skytrain und Detection die direkte Route nahmen, stromerten Schönhörnchen und ich noch an einem weiterem Cachehöhepunkt von Hörnchens Liste vorbei: Apbron (http://coord.info/GCQ7YM) – eine Affenbrücke über einen verträumten See. Und nebenbei haben wir noch einen tollen Campingplatz aufgetan: Campingplatzes Tiveden. Auf jeden Fall einen weiteren Besuch wert, sollten wir jemals wieder in diese Gegend kommen.

 

In Dänemark sind wir dann noch über den Nordsjællands powertrail gestoßen. Die 250 Dosen haben uns nicht gereitz. Wohl aber das gute Dutzend eingestreuter T5er, die Hörnchen größtenteils mit ihrem Tool (dem Detri) heben konnte 😉 (z.B.: http://coord.info/GC227DJ). Ein Heidenspaß. Und kurz vor Ende gab es für Hörnchen noch Projekt 81 (Logbedingung: alle 81 D/T Kombinationen mind. einmal gefunden zu haben) auf dänisch (http://coord.info/GC1D112)Affenbrücke

Tja, und irgenwann waren wir dann wieder an der Stever.

 

 

Heute 

Und dieses Jahr gibt’s Gold im August 🙂 , wenn auch leider ohne Hörnchen 🙁

Soweit von Zwischendrinn

Detri

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Erleuchtender Service

Vor knapp zwei Jahren habe ich mir für’s Nachtcachen eine LED-Lenser H7R von Zweibrüder geleistet. Die Kopflampe hat mich beim schon durch diverse Nachcaches begleitet. Ich war recht zufrieden mit der Kleinen, die schnelle Fokussierbarkeit und der stufenlose Dimmer tröstete darüber hinweg, dass die (Akku-) Batterieladung nicht viel mehr als eine Nacht durchhält. Voll geladen machte sie aber böse viel Licht.H7R alt

Durch das „hereinquetschen“ in die recht enge Originalhülle begann allerdings das Kabel zu leiden. Genau an der Stelle, wo es ins Batteriefach geht. Zu Beginn sah das nur unschön aus, irgendwann aber lagen die Kabel blank und die Lampe ging in der Käsch Täsch von alleine an. Ärgerlich, wenn man sie dann braucht und die Batterien sich leer gezogen hatten. Mit Tape ließ sich das nicht korrigieren.

Auf die freundliche Mail an Zweibrüder mit der Frage, ob das noch unter Gewährleistung fällt oder zumindest für kleines Geld eine Reparatur drin ist, gab es eine ebenso freundliche Aufforderung, die Kleine einzuschicken, der Fehler sei bekannt, inzwischen behoben und ich würde eine neue Lampe bekommen.

H7R neu

Gesagt, getan. Und eine Woche später trudelte eine funkelniegelnagelneue H7R hier an der Spree ein. Die alten Schwachstellen sind tatsächlich beseitigt worden. An der Stelle, wo es ins Batteriefach geht, ist jetzt eine Verstärkung, und die Hülle ist großzügiger ausgefallen. Als Ladegerät wird jetzt ein Universalstecker 220 Volt auf USB-Anschluss mitgeliefert nebst USB-Ladekabel. Ein sehr praktisches Feature, denn USB-Adapter habe ich eh’ für’s Tragtelefon an allen relevanten Standorten. So brauche ich nur das Kabel durch die Welt schlörren.

Und als Bonus gab es neben den Akkus in der neuen Lampe meine in der alten Lampe vergessenen Akkus zurück sowie ein Satz Batterien obendrauf, „Für lange Caching-Nächte“. 😉 Bonusbatterien

Chapeau, Zweibrüder! So macht Marke Kaufen Spaß. 🙂

Soweit von der Spree
Detri

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Kämel Käsch Täsch

Die Puristen unter den Cachern treten mit der Minimalausstattung an: GPS, Stift, fertig.

Ich gehöre zu den Anderen. Die, die eigentlich immer alles mithaben. Lange Zeit habe ich die komplette Ausstattung (Handschuhe, Stifte, Taschenlampe groß, Magnete, noch mehr Stifte, Ersatzdosen, Handtuch, Taschnelampe klein, Reservestifte, Stirnlampe, Bandschlinge, Taschenspiegel etc.) in einem Rucksack mitgeschlörrt. Der Nachteil: Wenn Du was brauchst heißt es erstmal Rucksack absetzen und wühlen…

Kämel Käsch TäschSo habe ich nach einer schlankeren Variante ausschau gehalten und eine Kämel Käsch Täsch gefunden.  Die Tasche mit dem lyrischen Namen „Camel Active Umhängetasche B00-605“ hing bei Karstadt herum.  Die Größe war perfekt für meine Zwecke (29x21x9 cm), ein Hauptfach und zwei kleine Nebenfächer mit einem stabil anmutenden Reißverschluß, ein kleines Fach mit Metallschnalle. Passt alles rein, was der gepflegte Cacher braucht. Inzwischen habe ich die Kleine schon durch diverse Lostplaces geschliffen (z.B. clever und smart durch die Nacht http://coord.info/GC2HD7P oder Rette mich – Verstecke mich (LostPlaceNachtcache) http://coord.info/GC2H87F). Sie hat’s tadellos mitgemacht. Und der Gurt kann so lang gemacht werden, dass sogar ich mit meinen 1,96cm das Ding kürzer einstellen mußte. 🙂

Bei den Kamelen selber habe ich sie übrigens nicht finden können. Aber hier: http://www.lederoase.de/a-2416/?ReferrerID=6

Bezahlt habe ich übrigens 29,90 Euronen.

Soweit von der Spree

Detri

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Available During Winter

Temperaturen unter Null, 30 cm Schnee. Perfekte Bedingungen, um das Icon „available during winter“ auszuprobieren.Tiefschneecacher

Auf der deutschen Reviewerseite steht bei der Beschreiung der Attribute als Kommentar zu diesem Icon „bei geschlossener Schneedecke erreichbar“.  Also genau das, was wir gerade brauchen. Nach zwei Tagen und knapp 20 Caches das Fazit: fast alle Owner setzen das Icon mit Bedacht, es war nur ein Komplettausfall zu verzeichnen (bei http://coord.info/GC2AWAB war außer viel Schnee aber auch nix zu wollen). Na ja, darunter waren auch ein paar klassische „ich-bin-ein-gegabelter-Baum-leg-einen-Petling-in-mich-hinein-Caches“, bei denen erst der halbe Baum vom Schnee befreit werden wollte. Immerhin war für hinterher auch genug Material zur Tarnung da 😉

Schwieriger als die Caches zu finden war es oft, das Cachemobil irgendwie gescheit abzustellen – zweimal hatte sich meines festgefahren und konnte nur durch reichlich Anschieben wieder befreit werden…

AideÜbrigens: Das Highlight auf unserer „Winterfest-Tour“ an der Stever war „Aide in den Lippeauen“ (http://coord.info/GC2FH9Y). Der Letterbox Hybride liegt eine Hand voll Kilometer hinter der Stevermündung Lippe abwärts. Er führt durch die Lippeauen, die seit 25 Jahren wiedererstehen. Wer in der Gegend ist, dem sei der Cache (nicht nur im Winter) sehr zu empfehlen – nur vielleicht nicht gerade bei Hochwasser… 😉

Soweit von der Stever

Detri

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Alles, nur nicht Frostfest

Ein Original Geocaching.com Aufkleber auf meinem Cachemobil ist mir ja schon abhanden gekommen. Jetzt weis ich auch endlich wie und wearum. Der Nachfolger hat sich nämlich die Tage verabschiedet.GC-Frostschaden

Nach einem Monat Frost-Tauwetter-Frost an der Spree wollte ich das Cachemobil vom Eise befreien, auf dass es mich von der Spree an die Stever trage. Dabei fiel mir beinahe der Aufkleber entgegen. Nicht nur die Trägerfolie löste sich von der Heckscheibe, auch die eigentliche Aufkleberfolie löste sich von der Trägerfolie. Also ehrlich gesagt ein ziemlich schwaches Bild für einen offiziellen Werbeträger, der für „Spiel für draußen“ steht. Dann bleibt mein Cachemobil eben Nackt. Ist vielleicht eh besser, vor allem bei Parken nahe von Lost-Places.

Soweit von der Spree

Detri

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Häkeln mit den Dosenfischern

Lappen under constructionAls regelmäßiger Pendler zwischen Stever und Spree sind die Dosenfischer stets dabei. Neben den aktuellen höre ich mich ja tapfer von vorne bis heute durch (aktueller Stand: Sommer 2009). Die Hände sind beim Podcasthören naturgemäß frei – eine glückliche Fügung, den im Haushalt mangelt es an Topflappen. Also die Häkelnadel gezückt und losgelegt. Das Ergebnis: Nicht schön, aber selten. Der erste original „Dosenfischer-Topflappen“ mit einem Schuss Cachetalk und einer Prise ge(o)quassel ist fertig. Immerhin bleiben jetzt eine Hand kalt. Die Nummer zwei ist in Arbeit. Die Blicke der mitreisenden, wenn ein fast-zwei-meter-Mensch häkelnd im ICE sitzt? Unbezahlbar 😉

Feddich

Soweit von Zwischendrinn

Detri

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Schön hier – Cachen und Wandern im Elbsandsteingebirge

Der letzte Kurzurlaub führte Schönhörnchen und mich in die säschsiche Schweiz. Der Plan war zu Wandern und zu Cachen. Und das haben wir dann auch gemacht, doch beim Wandern und Cachen haben wir vor allem eines getan: Gestaunt. Is nämlich echt schön hier.Sandstein

Ausgangspunkt für unsere Tage im Sandstein , also unser Basislager, war Bad Schandau. Eher zufällig ausgewählt, erwies sich Bad Schandau als Glücksgriff – ein nettes Städtchen. Und auch mit der UJnterkunft hatten wir Glück. Die Pension Menge war gemütlich, bezahlbar und hatte auch noch W-Lan für die abendlichen Logorgien 🙂

Zum Cachen ist hier einiges. Relativ oft gibts ein Spoilerbild um die Abschattung des Sandsteins zu kompensieren (und wenn überall drumherum Sandstein und Moos ist, ergiebt der Hint „am Stein neben Moos“ keinen Sinn).

In den fünf Tagen im (früh) Sommer haben wir einiges gesehen, es ist aber noch reichlich Sehenswertes übrig. Ich Schätze, wir werden noch mal wiederkommen müssen. Frau Menge würd’s freuen 🙂

Soweit von Zwischendrinn (also dieser Elbe)

Detri

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